Detailansicht zu WAG-010 v7.0
Sprachversionen
| Sprache | Datei | Version | Band | Titel | DOI + Link |
|---|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 | WAG-010D | 2.0 | 13 | Die Grenzen der Theorie der Strukturellen Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis & Steele) im Fall Yenifer/Yenny | ¦ |
Dokumentdetails: 🇩🇪 WAG-010D
Version: 2.0 (Datum: 2026-06-17)
YAML-Daten von WAG-010D
| Schlüssel | Wert |
|---|---|
| wa_id | WAG-010D |
| wb_band | WB_11D |
| title | WAG-010D: Die Grenzen der Theorie der Strukturellen Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis & Steele) im Fall Yenifer/Yenny |
| subtitle | WA-Korpus - Band WB_11D 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/42UQH |
| author | Thor Alexander (ORCID: 0009-0007-8347-0962, 🔗 https://osf.io/snmx5/) |
| version | Version 4.0 vom 2026-06-11 |
| footline | WAG-010D: Grenzen der TSDP (V4.0) |
| abstract | Dieses Dokument ist das erste einer Reihe von Analysen (WAG-010 bis WAA-009), die prüfen, ob etablierte Theorien der Dissoziation den Fall Yenifer/Yenny (strukturelle Dissoziation Typ 2) hinreichend erklären können. Gegenstand ist die Theorie der Strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (TSDP) nach van der Hart, Nijenhuis und Steele (2006). Es wird gezeigt, dass die klassische Unterscheidung zwischen ANP (anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil) und EP (emotionaler Persönlichkeitsanteil) sowie die Typen 1a–1c die spezifische Konfiguration des Falls – insbesondere die invertierte Hierarchie und die narrative Erinnerungsfähigkeit des primären Bewusstseins (Yenifer) – nicht adäquat abbilden. Die Ausführungen gelten für beide Modelle (Typ 2α und Typ 2β), sofern nicht anders vermerkt. Dies ist ein nicht begutachtetes Manuskript und Teil von Band 11 des WA-Korpus zur strukturellen Dissoziation Typ 2. |
| abstract_en | This document is the first in a series of analyses (WAG-010 through WAA-009) examining whether established theories of dissociation can adequately explain the case of Yenifer/Yenny (structural dissociation type 2). It focuses on the Theory of Structural Dissociation of the Personality (TSDP) by van der Hart, Nijenhuis, and Steele (2006). It is shown that the classic distinction between ANP (apparently normal part) and EP (emotional part), as well as types 1a–1c, do not adequately capture the specific configuration of this case – particularly the inverted hierarchy and the narrative memory capacity of the primary consciousness (Yenifer). The findings apply to both models (type 2α and type 2β) unless stated otherwise. This is an unpublished manuscript and part of Volume 11 of the WA Corpus on Structural Dissociation Type 2. |
| keywords | Strukturelle Dissoziation, Typ 2, TSDP, van der Hart, Nijenhuis, Steele, ANP, EP, Typ 1a, Typ 1b, Typ 1c, invertierte Hierarchie, Fallanalyse, integrativ, Einzelfallanalyse, Yenifer, Yenny, WA-Korpus, K-PTBS, WAG-010 |
| volumes | WA-Korpus zur Strukturellen Dissoziation Typ 2 - Integrative Einzelfallanalyse Yenifer/Yenny: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/DC9EZ • Deutsch/Original - WB_01D: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/42UQH • English - WB_01E: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/B3D5R • Español/Latino - WB_01L: • Русский - WB_01R: |
Kapitel 1 von WAG-010D
## 1. Einleitung
### 1.1 Warum eine Auseinandersetzung mit der TSDP notwendig ist
Die Theorie der Strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (TSDP) von Onno van der Hart, Ellert Nijenhuis und Kathy Steele (2006) ist das derzeit einflussreichste Modell zur Beschreibung und Behandlung von Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen. Sie unterscheidet zwischen verschiedenen Komplexitätsgraden der Dissoziation (primär, sekundär, tertiär, in der WA-Terminologie als Typ 1a–1c bezeichnet) und postuliert die Existenz von zwei grundlegenden Persönlichkeitsanteilen: dem ANP (anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil), der den Alltag bewältigt und traumatische Inhalte abwehrt, und dem EP (emotionaler Persönlichkeitsanteil), der die traumatischen Affekte und Erinnerungen trägt.
Die externe Kritik an WAA-010 warf die Frage auf, ob der hier dokumentierte Fall nicht bereits durch dieses etablierte Modell hinreichend beschrieben werden könne (Yenny als ANP, Yenifer als EP) und ob die Einführung eines neuen „Typ 2“ überhaupt notwendig sei. Dieses Dokument nimmt diese Herausforderung an. Es wird im Detail geprüft, ob die TSDP in der Lage ist, die spezifischen Phänomene des Falls Yenifer/Yenny zu erfassen – oder ob sie an ihre Grenzen stößt, was die Notwendigkeit einer theoretischen Erweiterung (Typ 2) begründet.
### 1.2 Thesen des Dokuments
1. Die TSDP (van der Hart, Nijenhuis, Steele) kann den Fall Yenifer/Yenny nicht hinreichend erklären, weil sie auf Koexistenz von ANP und EP basiert – im vorliegenden Fall liegt jedoch Substitution (dauerhafte Alleinherrschaft eines sekundären Bewusstseins) vor.
2. Yenifers narrative Erinnerungsfähigkeit widerspricht der Definition eines EP (der per definitionem nicht narrativ berichten kann).
3. Es gibt keine Hinweise auf einen zweiten ANP oder mehrere EPs, wie es für die Typen 1b oder 1c charakteristisch wäre.
4. Die TSDP endet dort, wo die Alleinherrschaft eines sekundären Systems beginnt – genau diese Lücke schließt das Typ-2-Modell.
---
### 1.1 Warum eine Auseinandersetzung mit der TSDP notwendig ist
Die Theorie der Strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit (TSDP) von Onno van der Hart, Ellert Nijenhuis und Kathy Steele (2006) ist das derzeit einflussreichste Modell zur Beschreibung und Behandlung von Patienten mit komplexen Traumafolgestörungen. Sie unterscheidet zwischen verschiedenen Komplexitätsgraden der Dissoziation (primär, sekundär, tertiär, in der WA-Terminologie als Typ 1a–1c bezeichnet) und postuliert die Existenz von zwei grundlegenden Persönlichkeitsanteilen: dem ANP (anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil), der den Alltag bewältigt und traumatische Inhalte abwehrt, und dem EP (emotionaler Persönlichkeitsanteil), der die traumatischen Affekte und Erinnerungen trägt.
Die externe Kritik an WAA-010 warf die Frage auf, ob der hier dokumentierte Fall nicht bereits durch dieses etablierte Modell hinreichend beschrieben werden könne (Yenny als ANP, Yenifer als EP) und ob die Einführung eines neuen „Typ 2“ überhaupt notwendig sei. Dieses Dokument nimmt diese Herausforderung an. Es wird im Detail geprüft, ob die TSDP in der Lage ist, die spezifischen Phänomene des Falls Yenifer/Yenny zu erfassen – oder ob sie an ihre Grenzen stößt, was die Notwendigkeit einer theoretischen Erweiterung (Typ 2) begründet.
### 1.2 Thesen des Dokuments
1. Die TSDP (van der Hart, Nijenhuis, Steele) kann den Fall Yenifer/Yenny nicht hinreichend erklären, weil sie auf Koexistenz von ANP und EP basiert – im vorliegenden Fall liegt jedoch Substitution (dauerhafte Alleinherrschaft eines sekundären Bewusstseins) vor.
2. Yenifers narrative Erinnerungsfähigkeit widerspricht der Definition eines EP (der per definitionem nicht narrativ berichten kann).
3. Es gibt keine Hinweise auf einen zweiten ANP oder mehrere EPs, wie es für die Typen 1b oder 1c charakteristisch wäre.
4. Die TSDP endet dort, wo die Alleinherrschaft eines sekundären Systems beginnt – genau diese Lücke schließt das Typ-2-Modell.
---
Physischer Band: WB_13D – Grenzen bisheriger Theorien & Abgrenzungen
Keine Banddatei gefunden.