Detailansicht zu WAE-241 v7.0
Sprachversionen
| Sprache | Datei | Version | Band | Titel | DOI + Link |
|---|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 | WAE-241D | 2.0 | 05 | Erweiterung der Intersubjektivität auf Dissoziation | ¦ |
Dokumentdetails: 🇩🇪 WAE-241D
Version: 2.0 (Datum: 2026-04-20)
YAML-Daten von WAE-241D
Keine YAML-Daten.
Kapitel 1 von WAE-241D
## 1. Ausgangspunkt: Die Grenzen der klassischen Intersubjektivität
Die klassische Intersubjektivität (Stern, 1985; Stolorow & Atwood, 1992; Benjamin, 1995) geht von folgenden Annahmen aus:
- Jeder Mensch besitzt ein einheitliches, wenn auch fragmentiertes Selbst, das in der Lage ist, intersubjektive Beziehungen einzugehen.
- Der potentielle Raum (Winnicott) zwischen zwei Subjekten ist der Ort der Begegnung, der gegenseitigen Anerkennung und der Ko-Konstruktion von Bedeutung.
- Trauma ist ein Zusammenbruch der intersubjektiven Verbindung – aber der Zusammenbruch betrifft die Beziehung zwischen zwei (oder mehreren) einheitlichen Subjekten, nicht die Spaltung eines Subjekts selbst.
Bei struktureller Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis, Steele, 2006) liegen jedoch zwei oder mehr Bewusstseinströme mit einseitiger Amnesie vor. Das bedeutet:
- Typ 1a (ein ANP + ein EP): Das primäre Bewusstsein (ANP) hat keine Erinnerung an die traumatischen Inhalte des EP. Der EP kann jedoch plötzlich übernehmen. Es gibt zwei Subjektpole im selben Individuum.
- Typ 2 (invertierte Hierarchie): Das sekundäre Bewusstsein (Yenny) kontrolliert die Exekutive, das primäre (Yenifer) ist unterdrückt. Die Kommunikation ist einseitig: Yenny weiß alles über Yenifer, Yenifer nichts über Yenny.
Die klassische Intersubjektivität kann diese Phänomene nicht erklären, weil sie kein Konzept für multiple Subjektpole innerhalb eines Individuums hat. Sie muss daher erweitert werden.
---
Die klassische Intersubjektivität (Stern, 1985; Stolorow & Atwood, 1992; Benjamin, 1995) geht von folgenden Annahmen aus:
- Jeder Mensch besitzt ein einheitliches, wenn auch fragmentiertes Selbst, das in der Lage ist, intersubjektive Beziehungen einzugehen.
- Der potentielle Raum (Winnicott) zwischen zwei Subjekten ist der Ort der Begegnung, der gegenseitigen Anerkennung und der Ko-Konstruktion von Bedeutung.
- Trauma ist ein Zusammenbruch der intersubjektiven Verbindung – aber der Zusammenbruch betrifft die Beziehung zwischen zwei (oder mehreren) einheitlichen Subjekten, nicht die Spaltung eines Subjekts selbst.
Bei struktureller Dissoziation (van der Hart, Nijenhuis, Steele, 2006) liegen jedoch zwei oder mehr Bewusstseinströme mit einseitiger Amnesie vor. Das bedeutet:
- Typ 1a (ein ANP + ein EP): Das primäre Bewusstsein (ANP) hat keine Erinnerung an die traumatischen Inhalte des EP. Der EP kann jedoch plötzlich übernehmen. Es gibt zwei Subjektpole im selben Individuum.
- Typ 2 (invertierte Hierarchie): Das sekundäre Bewusstsein (Yenny) kontrolliert die Exekutive, das primäre (Yenifer) ist unterdrückt. Die Kommunikation ist einseitig: Yenny weiß alles über Yenifer, Yenifer nichts über Yenny.
Die klassische Intersubjektivität kann diese Phänomene nicht erklären, weil sie kein Konzept für multiple Subjektpole innerhalb eines Individuums hat. Sie muss daher erweitert werden.
---
Physischer Band: WB_05D – Theoretische Grundlagen der Dynamik: Bindung, Neurobiologie und Psychoanalyse
Keine Banddatei gefunden.