Detailansicht zu WAE-415 v7.0
Sprachversionen
| Sprache | Datei | Version | Band | Titel | DOI + Link |
|---|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 | WAE-415D | 2.0 | 06 | Kindliche Dissoziation und transgenerationale Weitergabe – Relevanz für die Entstehungsgeschichte | ¦ |
Dokumentdetails: 🇩🇪 WAE-415D
Version: 2.0 (Datum: 2026-06-11)
YAML-Daten von WAE-415D
| Schlüssel | Wert |
|---|---|
| wa_id | WAE-415D |
| wb_band | WB_01D |
| title | WAE-415D: Kindliche Dissoziation und transgenerationale Weitergabe – Relevanz für die Entstehungsgeschichte |
| subtitle | WA-Korpus - Band WB_01D (E – Entstehung) 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/42UQH |
| author | Thor Alexander (ORCID: 0009-0007-8347-0962, 🔗 https://osf.io/snmx5/) |
| version | Version 4.0 vom 2026-06-11 |
| footline | WAE-415D: Kindliche Dissoziation (V4.0) |
| abstract | Dieses Dokument analysiert die Arbeiten von Joyanna Silberg zur kindlichen Dissoziation und zur transgenerationalen Weitergabe traumatischer Muster. Es zeigt die Relevanz ihrer Konzepte (insbesondere des EDUCATE-Modells und der „transitional identities“) für die Entstehungsgeschichte von Yenifers Dissoziationsneigung (T0, T1, T3) und grenzt die Grenzen ihres entwicklungspsychopathologischen Ansatzes für die aktuelle Systemarchitektur des Typ-2-Modells ab. Die Ausführungen gelten für beide Modelle (Typ 2α und Typ 2β), sofern nicht anders vermerkt. Dies ist ein nicht begutachtetes Manuskript und Teil von Band 01 des WA-Korpus. |
| abstract_en | This document analyzes the work of Joyanna Silberg on childhood dissociation and the transgenerational transmission of traumatic patterns. It demonstrates the relevance of her concepts (particularly the EDUCATE model and „transitional identities“) for the developmental history of Yenifer's dissociative vulnerability (T0, T1, T3) and delineates the limitations of her developmental psychopathological approach for the current system architecture of the type-2 model. The findings apply to both models (type 2α and type 2β) unless stated otherwise. This is an unpublished manuscript and part of Volume 01 of the WA Corpus. |
| keywords | Strukturelle Dissoziation, Typ 2, Silberg, kindliche Dissoziation, Entwicklungstrauma, transgenerationale Weitergabe, transitional identities, EDUCATE-Modell, Affect Avoidance Theory, T0, T1, Yenifer, Yenny, WA-Korpus, K-PTBS, WAE-415 |
| volumes | WA-Korpus zur Strukturellen Dissoziation Typ 2 - Integrative Einzelfallanalyse Yenifer/Yenny: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/DC9EZ • Deutsch/Original - WB_01D: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/42UQH • English - WB_01E: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/B3D5R • Español/Latino - WB_01L: • Русский - WB_01R: |
Kapitel 1 von WAE-415D
## 1. Einleitung: Die entwicklungspsychopathologische Perspektive auf Dissoziation
Das Verständnis der Entstehung struktureller Dissoziation erfordert einen Blick auf die frühe Kindheit. Während die erwachsenen Modelle der Dissoziation (TSDP, DIS) die Fragmentierung der Persönlichkeit beschreiben, fragen entwicklungspsychopathologische Ansätze nach den Ursachen dieser Fragmentierung. Joyanna Silberg, eine international renommierte klinische Kinderpsychologin und ehemalige Präsidentin der International Society for the Study of Trauma and Dissociation (ISSTD), hat hierzu grundlegende Beiträge geleistet. In ihrem Hauptwerk „The Child Survivor: Healing Developmental Trauma and Dissociation“ (2. Auflage, 2021) sowie in ihrem Modell der kindlichen Dissoziation beschreibt sie, wie frühe, andauernde traumatische Erfahrungen die Entwicklung des Selbst fragmentieren und zu schweren dissoziativen Störungen führen können.
Ihre Affect Avoidance Theory der Dissoziation integriert Bindungstheorie, Affekttheorie, interpersonale Neurobiologie und Putnams Theorie der diskreten Verhaltenszustände zu einem kohärenten entwicklungspsychopathologischen Rahmenwerk (sinngemäß nach Silberg, 2021). Ihr EDUCATE-Modell bietet einen praktischen, zugänglichen Ansatz zur Behandlung dissoziativer Kinder und Jugendlicher. Ein besonders innovativer Beitrag ist ihr Konzept der „transitional identities“ (Übergangsidentitäten), das die Fluidität und Entwicklungsbedingtheit dissoziativer Anteile bei Kindern betont.
Die zentrale These dieses Dokuments lautet: Silbergs entwicklungspsychopathologisches Modell ist wertvoll für das Verständnis der Genese von Yenifers Dissoziationsneigung. Es erklärt, warum die frühen Bindungstraumata (T0, T1, T3) zu einer Fragmentierung ihres Selbst führten, die später zur Ausbildung des Typ-2-Systems beitrug. Silbergs Konzepte zur transgenerationalen Weitergabe und zur kindlichen Dissoziation sind daher für die Rekonstruktion von Yenifers Entwicklungsgeschichte von großer Relevanz. Für die Beschreibung der aktuellen Systemarchitektur – insbesondere der invertierten Hierarchie und der fixen Idee A12 – bietet ihr entwicklungsorientierter Ansatz jedoch keine ausreichende Erklärung.
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Das Verständnis der Entstehung struktureller Dissoziation erfordert einen Blick auf die frühe Kindheit. Während die erwachsenen Modelle der Dissoziation (TSDP, DIS) die Fragmentierung der Persönlichkeit beschreiben, fragen entwicklungspsychopathologische Ansätze nach den Ursachen dieser Fragmentierung. Joyanna Silberg, eine international renommierte klinische Kinderpsychologin und ehemalige Präsidentin der International Society for the Study of Trauma and Dissociation (ISSTD), hat hierzu grundlegende Beiträge geleistet. In ihrem Hauptwerk „The Child Survivor: Healing Developmental Trauma and Dissociation“ (2. Auflage, 2021) sowie in ihrem Modell der kindlichen Dissoziation beschreibt sie, wie frühe, andauernde traumatische Erfahrungen die Entwicklung des Selbst fragmentieren und zu schweren dissoziativen Störungen führen können.
Ihre Affect Avoidance Theory der Dissoziation integriert Bindungstheorie, Affekttheorie, interpersonale Neurobiologie und Putnams Theorie der diskreten Verhaltenszustände zu einem kohärenten entwicklungspsychopathologischen Rahmenwerk (sinngemäß nach Silberg, 2021). Ihr EDUCATE-Modell bietet einen praktischen, zugänglichen Ansatz zur Behandlung dissoziativer Kinder und Jugendlicher. Ein besonders innovativer Beitrag ist ihr Konzept der „transitional identities“ (Übergangsidentitäten), das die Fluidität und Entwicklungsbedingtheit dissoziativer Anteile bei Kindern betont.
Die zentrale These dieses Dokuments lautet: Silbergs entwicklungspsychopathologisches Modell ist wertvoll für das Verständnis der Genese von Yenifers Dissoziationsneigung. Es erklärt, warum die frühen Bindungstraumata (T0, T1, T3) zu einer Fragmentierung ihres Selbst führten, die später zur Ausbildung des Typ-2-Systems beitrug. Silbergs Konzepte zur transgenerationalen Weitergabe und zur kindlichen Dissoziation sind daher für die Rekonstruktion von Yenifers Entwicklungsgeschichte von großer Relevanz. Für die Beschreibung der aktuellen Systemarchitektur – insbesondere der invertierten Hierarchie und der fixen Idee A12 – bietet ihr entwicklungsorientierter Ansatz jedoch keine ausreichende Erklärung.
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Physischer Band: WB_06D – Transgenerationale Weitergabe und Familiendynamik
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