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| Sprache | Datei | Version | Band | Titel | DOI + Link |
|---|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 | WAE-320D | 2.0 | 05 | Jacques Lacan – Das Spiegelstadium und die verselbständigte Idealimagines.md | ¦ |
Dokumentdetails: 🇩🇪 WAE-320D
Version: 2.0 (Datum: 2026-04-24)
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Kapitel 1 von WAE-320D
## 1. Einleitung: Jacques Lacan – Leben, Werk und die Rückkehr zu Freud
Jacques Lacan wurde am 13. April 1901 in Paris geboren und starb am 9. 25. September 1981 ebenda. Er studierte Medizin, spezialisierte sich auf Psychiatrie und wurde 1938 Mitglied der Société Psychanalytique de Paris (SPP). Lacan war eine der umstrittensten und einflussreichsten Figuren der Psychoanalyse nach Freud. Er proklamierte eine „Rückkehr zu Freud“ , die sich gegen die Ich-Psychologie (Anna Freud, Hartmann) und die Objektbeziehungstheorie (Klein, Winnicott) richtete. Lacan vertrat die These, dass das Unbewusste sprachlich strukturiert sei, betonte die Bedeutung der Signifikanten und entwickelte eine formale, algebraische Notation der psychoanalytischen Theorie (Quintär, die Formeln der Subversion, die Objekt a, die drei Register des Imaginären, des Symbolischen und des Realen).
Seine berühmten Seminare (1953–1980) zogen Generationen von Intellektuellen an, darunter Philosophen wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Louis Althusser. Lacans Hauptwerk, die *Écrits* (1966), ist eine Sammlung schwieriger, oft rätselhafter Texte. Seine Theorie ist bekannt für ihre Unzugänglichkeit, ihre paradoxalen Formulierungen und ihren Mangel an empirischer Überprüfbarkeit.
Für den Fall Yenifer/Yenny ist Lacans Frühwerk, insbesondere das Spiegelstadium (1936–1949), relevant. Es beschreibt die formative Phase der Ich-Entwicklung als eine Entfremdungsspaltung – das Kind identifiziert sich mit einem idealen, ganzheitlichen Bild seines Körpers, das aber nicht mit seiner fragmentierten, unkoordinierten Körpererfahrung übereinstimmt. Diese Spaltung zwischen Idealbild (Imago) und realem Körpererleben bleibt das ganze Leben bestehen.
Die Spekulation: Yenny könnte als eine verselbständigte, pathologische Imago des idealen Selbst verstanden werden – ein sekundäres Bewusstsein, das die Funktion des idealen Spiegelbildes übernommen hat und nun das fragmentierte primäre Selbst (Yenifer) unterdrückt.
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Jacques Lacan wurde am 13. April 1901 in Paris geboren und starb am 9. 25. September 1981 ebenda. Er studierte Medizin, spezialisierte sich auf Psychiatrie und wurde 1938 Mitglied der Société Psychanalytique de Paris (SPP). Lacan war eine der umstrittensten und einflussreichsten Figuren der Psychoanalyse nach Freud. Er proklamierte eine „Rückkehr zu Freud“ , die sich gegen die Ich-Psychologie (Anna Freud, Hartmann) und die Objektbeziehungstheorie (Klein, Winnicott) richtete. Lacan vertrat die These, dass das Unbewusste sprachlich strukturiert sei, betonte die Bedeutung der Signifikanten und entwickelte eine formale, algebraische Notation der psychoanalytischen Theorie (Quintär, die Formeln der Subversion, die Objekt a, die drei Register des Imaginären, des Symbolischen und des Realen).
Seine berühmten Seminare (1953–1980) zogen Generationen von Intellektuellen an, darunter Philosophen wie Michel Foucault, Jacques Derrida und Louis Althusser. Lacans Hauptwerk, die *Écrits* (1966), ist eine Sammlung schwieriger, oft rätselhafter Texte. Seine Theorie ist bekannt für ihre Unzugänglichkeit, ihre paradoxalen Formulierungen und ihren Mangel an empirischer Überprüfbarkeit.
Für den Fall Yenifer/Yenny ist Lacans Frühwerk, insbesondere das Spiegelstadium (1936–1949), relevant. Es beschreibt die formative Phase der Ich-Entwicklung als eine Entfremdungsspaltung – das Kind identifiziert sich mit einem idealen, ganzheitlichen Bild seines Körpers, das aber nicht mit seiner fragmentierten, unkoordinierten Körpererfahrung übereinstimmt. Diese Spaltung zwischen Idealbild (Imago) und realem Körpererleben bleibt das ganze Leben bestehen.
Die Spekulation: Yenny könnte als eine verselbständigte, pathologische Imago des idealen Selbst verstanden werden – ein sekundäres Bewusstsein, das die Funktion des idealen Spiegelbildes übernommen hat und nun das fragmentierte primäre Selbst (Yenifer) unterdrückt.
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Physischer Band: WB_05D – Theoretische Grundlagen der Dynamik: Bindung, Neurobiologie und Psychoanalyse
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