Detailansicht zu WAE-417D 🇩🇪 v7.0
Sprachversionen
| Sprache | Datei | Version | Band | Titel | DOI + Link |
|---|---|---|---|---|---|
| 🇩🇪 | WAE-417D | 2.2 | – | Eltern-Kind-Dynamiken als Prädiktor der Dissoziation – Mary-Anne Kates Parent-Child Dynamics Questionnaire (PCD-Q) und seine Anwendung auf den Fall Yenifer/Yenny | ¦ |
Dokumentdetails: 🇩🇪 WAE-417D
Version: 2.2 (Datum: 2026-08-05)
YAML-Daten von WAE-417D
| Schlüssel | Wert |
|---|---|
| wa_id | WAE-417D |
| wb_band | WB_06D |
| title | WAE-417D: Eltern-Kind-Dynamiken als Prädiktor der Dissoziation – Mary-Anne Kates Parent-Child Dynamics Questionnaire (PCD-Q) und seine Anwendung auf den Fall Yenifer/Yenny |
| subtitle | WA-Korpus - Band WB_06D 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/[Band06D-geplant] |
| author | Thor Alexander (ORCID: 0009-0007-8347-0962, 🔗 https://osf.io/snmx5/) |
| version | Version 4.0 vom 2026-07-25 |
| footline | WAE-417: Eltern-Kind-Dynamik (V4.0) |
| abstract | Dieses Dokument führt den Parent-Child Dynamics Questionnaire (PCD-Q) von Mary-Anne Kate, Graham Jamieson und Warwick Middleton in den WA-Korpus ein und wendet ihn auf den Fall Yenifer/Yenny an. Die Analyse zeigt, dass alle drei höchsten Risikofaktoren – Unbehagen, Trost zu suchen (OR = 21); fehlende Kontrolle (OR = 17); fehlende Unterstützung zur Unabhängigkeit (OR = 7) – auf Yenifer zutreffen und dass die protektiven Faktoren vollständig abwesend waren. Das Dokument integriert zudem Kates Forschung zum prädiktiven Zusammenhang zwischen physiologischer Angst und Dissoziation (OR = 5,87) und zeigt, dass die toxische Polypharmazie im Fall Yenifer die Angst unterdrückte, aber die Dissoziation verstärkte. Die familiendynamische Dimension wird als eigenständiger ätiologischer Faktor für die Radikalisierung der Dissoziation zum Typ 2 ausgewiesen. Die Ausführungen gelten für beide Modelle (Typ 2α und Typ 2β). |
| abstract_en | This document introduces the Parent-Child Dynamics Questionnaire (PCD-Q), developed by Mary-Anne Kate, Graham Jamieson, and Warwick Middleton, into the WA Corpus and applies it to the case of Yenifer/Yenny. The analysis shows that all three highest risk factors – discomfort seeking comfort (OR = 21); lack of control (OR = 17); lack of support toward independence (OR = 7) – apply to Yenifer, and that protective factors were completely absent. The document also integrates Kate's research on the predictive relationship between physiological anxiety and dissociation (OR = 5.87), showing that toxic polypharmacy in Yenifer's case suppressed anxiety but paradoxically increased dissociation. The family dynamic dimension is identified as an independent etiological factor for the radicalization of dissociation to Type 2. The findings apply to both models (Type 2α and Type 2β). |
| keywords | Strukturelle Dissoziation, Typ 2, Parent-Child Dynamics Questionnaire, PCD-Q, Mary-Anne Kate, familiäre Dynamik, transgenerationale Weitergabe, Risikofaktoren, protektive Faktoren, Kindheitserfahrungen, Bindung, Odds Ratio, dysfunktionale Kommunikationsstile, Bateson, Lidz, Brown, PBI, ECR, Yenifer, Yenny, WA-Korpus, K-PTBS, WAE-417 |
| volumes | WA-Korpus zur Strukturellen Dissoziation Typ 2 - Integrative Einzelfallanalyse Yenifer/Yenny: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/DC9EZ BAND 01: TYP 2 • Deutsch/Original - WB_01D: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/42UQH • English - WB_01E: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/B3D5R • Español/Latino - WB_01L: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/[Band01L-geplant] • Русский - WB_01R: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/[Band01R-geplant] BAND 06: TRANSGENERATIONAL • Deutsch/Original - WB_06D: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/[Band06D-geplant] BAND 16: DAS SELBST BEI TYP 2 • Deutsch/Original - WB_16D: 🔗 https://doi.org/10.17605/OSF.IO/[Band16D-geplant] |
Kapitel 1 von WAE-417D
## 1. Einleitung
### 1.1. Der Fragebogen zur Eltern-Kind-Beziehungsdynamik
Die Forschung zur Ätiologie dissoziativer Störungen hat sich bisher vor allem auf drei Faktoren konzentriert: Trauma (insbesondere sexueller und körperlicher Missbrauch in der Kindheit), Vernachlässigung und Bindungsstil. Die spezifische familiendynamische Dimension – die Art und Weise, wie Eltern mit ihren Kindern interagieren, welche emotionalen Botschaften sie vermitteln und welche Rolle sie im Umgang mit kindlicher Not einnehmen – wurde dagegen lange vernachlässigt.
Mary-Anne Kate, Graham Jamieson und Warwick Middleton haben mit der Entwicklung des Fragebogen zur Eltern-Kind-Beziehungsdynamik (Parent-Child Dynamics Questionnaire = PCD-Q) eine empirische Grundlage geschaffen, um diese Lücke zu schließen. Ihre Studie (2023) zeigt, dass parent-child dynamics möglicherweise ebenso einflussreich sind wie Trauma in der Ätiologie der Dissoziation. Die Studie identifiziert spezifische Risikofaktoren mit Odds Ratios von bis zu 21 : 1 – Werte, die in der psychologischen Forschung als außerordentlich hoch gelten.
Der Fall Yenifer/Yenny bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Erkenntnisse auf eine detailliert dokumentierte Einzelfallbiografie anzuwenden. Die vorliegende Arbeit führt den PCD-Q in den WA-Korpus ein, analysiert die dokumentierten biografischen Fakten Yenifers durch die Linse der 32 PCD-Q-Items und zeigt, welche Risikofaktoren auf sie zutreffen – und welche protektiven Faktoren ihr gefehlt haben. Die Analyse legt nahe, dass die familiendynamische Matrix – insbesondere die emotional unverfügbare Mutter (selbst Typ 1 der strukturellen Dissoziation), der abwesende Vater und das dysfunktionale familiäre Umfeld – eine notwendige Bedingung für die Radikalisierung der Dissoziation zur invertierten Hierarchie (Typ 2) war.
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### 1.1. Der Fragebogen zur Eltern-Kind-Beziehungsdynamik
Die Forschung zur Ätiologie dissoziativer Störungen hat sich bisher vor allem auf drei Faktoren konzentriert: Trauma (insbesondere sexueller und körperlicher Missbrauch in der Kindheit), Vernachlässigung und Bindungsstil. Die spezifische familiendynamische Dimension – die Art und Weise, wie Eltern mit ihren Kindern interagieren, welche emotionalen Botschaften sie vermitteln und welche Rolle sie im Umgang mit kindlicher Not einnehmen – wurde dagegen lange vernachlässigt.
Mary-Anne Kate, Graham Jamieson und Warwick Middleton haben mit der Entwicklung des Fragebogen zur Eltern-Kind-Beziehungsdynamik (Parent-Child Dynamics Questionnaire = PCD-Q) eine empirische Grundlage geschaffen, um diese Lücke zu schließen. Ihre Studie (2023) zeigt, dass parent-child dynamics möglicherweise ebenso einflussreich sind wie Trauma in der Ätiologie der Dissoziation. Die Studie identifiziert spezifische Risikofaktoren mit Odds Ratios von bis zu 21 : 1 – Werte, die in der psychologischen Forschung als außerordentlich hoch gelten.
Der Fall Yenifer/Yenny bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Erkenntnisse auf eine detailliert dokumentierte Einzelfallbiografie anzuwenden. Die vorliegende Arbeit führt den PCD-Q in den WA-Korpus ein, analysiert die dokumentierten biografischen Fakten Yenifers durch die Linse der 32 PCD-Q-Items und zeigt, welche Risikofaktoren auf sie zutreffen – und welche protektiven Faktoren ihr gefehlt haben. Die Analyse legt nahe, dass die familiendynamische Matrix – insbesondere die emotional unverfügbare Mutter (selbst Typ 1 der strukturellen Dissoziation), der abwesende Vater und das dysfunktionale familiäre Umfeld – eine notwendige Bedingung für die Radikalisierung der Dissoziation zur invertierten Hierarchie (Typ 2) war.
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